Veröffentlicht: 2023 | Zuletzt überprüft: Mai 2026
Das Verständnis der „Passagenzahl“
Das Konzept der „Passagenzahl“ ist für die Zellkultur von zentraler Bedeutung und bezieht sich auf die Anzahl der Male, die eine Zelllinie subkultiviert oder in ein frisches Wachstumsmedium überführt wurde, nachdem sie aus der Kryokonservierung reaktiviert oder von einer Referenzzellbank bezogen wurde. Diese Kennzahl ist entscheidend für die Rückverfolgung der Abstammung und Geschichte einer Zellkultur.
Prozessübersicht
- In der routinemäßigen Zellkulturpraxis werden Zellen, sobald sie eine bestimmte Dichte erreichen, in ein neues Medium überführt, um das Wachstum aufrechtzuerhalten und eine Überkonfluenz zu verhindern. Jede solche Überführung wird als Passage erfasst.
- Traditionell haben wir, wenn wir beispielsweise eine Zelllinie in Passage 60 vom Einreicher erhielten, bei dieser Passagenummer fortgesetzt und sie mit jeder Subkultur erhöht. Diese Praxis bewahrte zwar den historischen Zusammenhang, führte jedoch oft von Anfang an zu hohen Passagenzahlen. Angesichts der umfangreichen und oft jahrzehntelangen Nutzung bestimmter Zelllinien, wie beispielsweise der 1951 etablierten HeLa-Linie, ist es nicht möglich, die Gesamtzahl der Passagen seit der Gründung der Zelllinie zu bestimmen.
- Um die Klarheit und Qualität unserer Zellkulturprozesse zu verbessern, haben wir diesen Ansatz Anfang 2023 überarbeitet. Wenn wir nun eine Kultur aus einem neuen Fläschchen starten, setzen wir unabhängig von der Passagenzahl des Einreichers die Zählung zurück und beginnen für jede hergestellte Charge neu bei Passage eins.
Begründung
Das Passagieren ist ein entscheidender Vorgang, um die Gesundheit und Verwendbarkeit von Zellkulturen für die Forschung sicherzustellen. Wenn Zellen übermäßig wachsen, kommt es zu einer Kontaktinhibition, die ihre Proliferationsrate verringert, was sich negativ auf die Versuchsergebnisse auswirken kann. Um diese Probleme zu mindern, führt Cytion strenge Kontrollen der Zelldichten durch, bei denen eine Subkultivierung erfolgt, und hält so während der Herstellung seiner Zelllinien niedrige Passagenzahlen aufrecht. Diese Vorsichtsmaßnahme hilft, die negativen Auswirkungen übermäßiger Passagierung zu verhindern, wie z. B. morphologische Anomalien, Veränderungen der Wachstumsrate und genetische Drift, die dazu führen können, dass sich die Zellen deutlich von ihrem ursprünglichen Zustand unterscheiden. Längere Zeiträume der Subkultivierung können zudem das Risiko einer mikrobiellen Kontamination erhöhen.
Unser Versprechen
Wir stellen sicher, dass die an Forscher gelieferten Zellen so nah wie möglich am ursprünglichen genetischen Aufbau und den phänotypischen Merkmalen liegen, was die Zuverlässigkeit der experimentellen Daten erhöht. Darüber hinaus trägt Cytion durch die sorgfältige Dokumentation jeder Passage zur Rückverfolgbarkeit und Reproduzierbarkeit der Forschung bei – ein Engagement, das die hohen Standards der Zellkulturpraxis widerspiegelt. Forscher werden dazu angehalten, genaue Aufzeichnungen über die Passagenzahlen sowohl auf den Kulturgefäßen als auch in ihren Laborbüchern zu führen, um einen Überblick über den Gesundheitszustand und die Geschichte ihrer Zellkulturen zu behalten.
Tipps und häufige Fehler
Die Einhaltung des richtigen Protokolls ist unerlässlich, doch das Verständnis häufiger Fallstricke kann ebenso wichtig sein. Zellkulturverfahren reagieren empfindlich auf kleine Abweichungen in Technik, Zeitplanung und Reagenzienqualität. Die folgenden Tipps spiegeln bewährte Verfahren wider, die vom wissenschaftlichen Team von Cytion auf der Grundlage umfangreicher Erfahrung in der Zellkultur empfohlen werden.
- Reagenzien sollten vor der Verwendung stets auf 37 °C vorgewärmt werden, um einen Thermoschock für die Zellen zu minimieren.
- Arbeiten Sie zügig, aber sorgfältig – minimieren Sie die Zeit, die die Zellen außerhalb des Inkubators verbringen.
- Verwenden Sie zertifizierte, auf Mykoplasmen getestete Reagenzien, um Kontaminationen zu vermeiden, die die Versuchsergebnisse beeinträchtigen können.
- Dokumentieren Sie jeden Schritt, einschließlich Passagenummer, Datum und Beobachtungen zur Zellmorphologie.
- Validieren Sie Ihr Protokoll mit einem kleinen Pilotversuch, bevor Sie es in größerem Maßstab durchführen, um die Verschwendung teurer Reagenzien zu vermeiden.
Empfohlene Cytion-Reagenzien
Cytion bietet eine Reihe validierter Zellkulturreagenzien an, die speziell zur Unterstützung dieses Protokolls entwickelt wurden. Alle Reagenzien werden auf ihre Leistungsfähigkeit mit gängigen Zelllinien getestet und sind mit vollständiger Dokumentation erhältlich. Besuchen Sie cytion.com/Media-Reagents, um das gesamte Portfolio zu entdecken.